SWR-Geschäftsführung: Manfred Koller und Olaf Hermes

Brief der Geschäftsführung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

große, zukunftsweisende Projekte stehen in den kommenden Jahren an. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Mobilität. Regensburg wächst schneller als alle Prognosen voraussagten. 3.000 Einwohner pro Jahr ziehen in die Stadt. Mit jedem Zuzug steigen auch die Anforderungen an das Mobilitätsbedürfnis. Eine immense Herausforderung für die SWR und ihre Töchter.

Zwei Bausteinen im zukünftigen Mobilitätskonzept der Stadt kommt eine besondere Bedeutung zu: Der Organisation des ÖPNV und den (neu zu schaffenden) Parkhäusern. Weil Innenstädte nur über ein begrenztes Aufnahmevolumen von Individualverkehr verfügen, kann ein moderner ÖPNV heute längst nicht mehr mit dem Aussteigen aus dem RVV-Bus enden. Den Schnittpunkten beider kommt dabei immer mehr funktionale Bedeutung zu. 

Parkhäuser müssen künftig nicht mehr nur Fahrzeugabstellplätze sein, sondern die Funktion von Mobilitätsdrehscheiben und hin zu sauberer Elektromobilität übernehmen. Ein solches Parkhaus könnte in Regensburg auf dem Gelände des alten Eisstadions an der Nibelungenbrücke entstehen: Mit E-Bus-(EMIL)Anschluss, mit E-Car-Sharing (EARL), mit E-Ladesäulen, mit einem stadtumfassenden System von Fahrrad- und E-Bike Verleih und mit Anlegestegen für einen innerstädtischen Personentransport auf dem Wasser.

Wohin mit den vielen privaten Kfz in den Stadtbezirke in und an der Altstadt?, ist eine weitere Frage, die uns beschäftigen wird. Hier könnten Quartiersgaragen für die Anwohner mit ähnlichen Infrastruktureinrichtungen die Lösung sein. Ein Projekt in der Gräßlschleife in Stadtamhof könnte zum Pilotprojekt werden.

Was wir unverzichtbar im ÖPNV brauchen, sind noch attraktivere Angebote. Angebote, die gewohnheitsmäßig in die Altstadt lenkenden Autofahrer zum Umsteigen in den ÖPNV zu bewegen. Umsteigen, weil es attraktiv ist, weil es Spaß macht und weil es schneller und einfacher geht. Überall, wo schienengebundener ÖPNV entstanden ist, erreichte man in kürzester Zeit 30 % Zuwächse im ÖPNV und mehr. Eine Straßenbahn gilt als sicheres, zuverlässiges und schnelles Verkehrsmittel. Sollte die Studie über die Kosten/Nutzen-Analyse positiv ausfallen, sollten wir über eine Realisierung nicht nur nachdenken. Konzepte für eine Nord-Süd-Achse mit Y-Anschluss in Richtung Burgweinting sind bereits durchdacht. Moderner Nahverkehr muss mehr können und mehr bieten. Es mangelt keineswegs an sinnvollen Ansatz und entsprechender Realisierungskompetenz. Dennoch – wie gesagt – eine immense, aber auch eine spannende Herausforderung für die SWR und ihre Töchter.

  

Olaf Hermes                                  Manfred Koller